Lebende Systeme organisieren sich aus sich selbst heraus, wenn man dem nicht im Wege steht!

Wachstum im Gleichgewicht

Je klarer ein Mensch unterscheiden kann,
desto weniger muss er trennen.
Dann erkennt er Zusammenhänge,
statt alles in richtig und falsch einzuteilen.

Wahrnehmen - Unterschiede erkennen, ohne zu trennen

Was wir in uns wahrnehmen, fühlt sich nicht immer nur angenehm an. Somit ist es sehr verständlich, dass man nach schnellen Lösungen sucht, um da herauszukommen. Es gibt sogar Menschen, die lieber auf alles verzichten, nur um ihre Freiheit und Frieden zu haben. Andere träumen vom großen Erfolg und viel Geld, um frei zu sein. Zwei mögliche Beispiele innerhalb der Polarität. Egal, was es ist - daran ist nichts falsch.

Bis man vielleicht irgendwann entdeckt, dass sich dahinter etwas viel Größeres verbirgt: Eine unerklärliche Sehnsucht nach etwas, was man vielleicht (noch) nicht greifen kann. Es ist in Wahrheit die Sehnsucht nach sich selbst - dem wahren inneren Selbst. Die Suche danach, ganz und vollständig zu sein, statt getrennt vom Leben, statt getrennt von anderen, getrennt vom Großen und Ganzen. 

Da ist vielleicht ein tiefes seelisches Bedürfnis nach innerer Fülle, vielleicht nach tiefen Gesprächen und nährenden Kontakten aus einer inneren Freiheit und natürlichen Lebenskraft heraus. Oder der tiefe Wunsch, ein großes Projekt oder eine Vision umzusetzen oder sich daran zu beteiligen.   

Wenn man dieser Sehnsucht mehr Raum geben möchte, können zur Vertiefung folgende Fragen sehr hilfreich sein. Nicht indem man sofort eine Antwort parat hat - sondern indem man sich beobachtet, um sich seiner selbst bewusster zu werden:

1. Wie stehe ich wirklich zu mir selbst? Wie stehe ich wirklich zum Leben?
Selbstkontakt, innere Kohärenz, Wahrnehmen von Gefühlen, Gedanken, Körper, Bedürfnissen, Grenzen, Werten.

2. Wie stehe ich wirklich zu anderen? Wie stehe ich in Beziehung zur Welt?
Beziehung, Resonanz, Empathie, Abgrenzung, Verantwortung, Begegnung auf Augenhöhe.

3. Wie stehe ich wirklich zum Ganzen, in dem ich eingebunden bin?
Meine Haltung zum Leben, zur Welt, zur Natur, zum Dasein, zu dem, was größer ist als mein individuelles Ich.

Diese Lebensreise ist ein höchst individueller und auch vertraulicher Prozess, der nur in der Tiefe von jede/m für sich geklärt werden. Es öffnet für die Fülle des Lebens.  

Inneres Aufräumen - Lebenskraft - Frieden
Loslassen wird oft verstanden, dass man im Außen etwas loslassen muss. Meine Sicht und Erfahrung ist eher umgekehrt. Der wichtigere erste Schritt ist herauszufinden, woran man unbewusst festhält. Es ist ein Hinschauen, wie es wirklich ist - ohne etwas abzuwehren, ohne etwas zu beschönigen. Mit all' den dunklen und hellen Seiten im Spiel der Polarität. Nur so kann überhaupt Mitgefühl für sich und andere, Liebe und innere Wahrheit heranreifen. Wenn das wahrhaftig erfasst werden kann, dann kann ich hier schon verraten...

...dass sich die Quelle der Lebenskraft, Freude mehr und mehr zeigen wird. Eine höchst innovative und schöpferische Kraft, die aus einem inneren Selbst-Verständnis werthaltige Lösungen ermöglicht. Man darf also durchaus größer 'denken', im Sinne von ganz zu sein, wer und wie man wirklich ist. Wer und wie andere wirklich sind. Und genau das ist aus meiner Sicht auch der zentrale Punkt für mehr Frieden in dieser Welt.

(Ggf. für Seite Selbst-Verständnis)
Das Bindestrich-Schreiben Selbst-Verständnis hilft dabei, weil es den Begriff öffnet: nicht nur „sich erklären können“, sondern sich selbst wirklich begegnen und verstehen lernen.

Deine drei Fragen zeigen auch, dass es nicht nur um ein „Selbst“ als isoliertes Ich geht:

  • Der Begriff Selbst-Verständnis kann das weiterhin tragen, aber er benennt diese Dimension nicht automatisch. Viele würden darunter eher Selbsterkenntnis, Reflexion oder psychologische Integration verstehen. Das, was du mit „höherem Bewusstsein“ beschreibst, geht eher in Richtung:

    • eine innere Position des Gewahrseins

    • ein Bewusstsein, das Gedanken, Gefühle und Körper wahrnehmen kann, ohne vollständig mit ihnen identifiziert zu sein

    • eine Verkörperung von Liebe als Seinsqualität, nicht als Verhalten („lieb sein“)

    • eine Haltung von Verbundenheit und Klarheit

    Dabei finde ich deine frühere Skepsis gegenüber „Herz“ weiterhin sehr stimmig. Denn wenn du sagst: „eine Position, die verkörpern kann, dass sie Liebe ist“, meinst du vermutlich nicht ein emotionales Gefühl oder eine freundliche Haltung. Eher etwas wie:

    Liebe als Bewusstseinszustand, der Wahrheit, Präsenz, Verbundenheit und Freiheit einschließt.