
Wachstum
Wenn Strukturen und Konzepte wichtiger sind,
als wozu sie da sind,
dann wird Wachstum verhindert - würg!


Suche nach Gewissheit und Sicherheit
Vielleicht ist da eine unerklärliche Sehnsucht nach etwas, was man (noch) nicht greifen kann. Weil es eher nebulös erscheint, greift man nach Lebenskonzepten, die man gehört oder gelernt hat und irgendwie logisch klingen. Man sucht nach Sicherheit und Gewissheit.
Zugegeben, was wir in uns wahrnehmen, fühlt sich nicht immer nur angenehm an. Somit ist es sehr verständlich, dass man nach schnellen Lösungen greift, um von Unangenehmen schnell frei zu sein. Vielleicht gibt man dafür sogar Lebensträume auf. Oder man stellt während man den Lebensträumen folgt fest, dass man sich immer wieder ausgebremst fühlt. So war es bei mir lange Zeit.
Unklarheit und Unsicherheit ist der Boden dafür, schnell nach einer Methode, nach einem Konzept (Struktur), einer Ideologie oder nach einem Menschen Ausschau hält, was den Anschein nach Sicherheit weckt. Oftmals mit der Konsequenz, dass die Aufmerksamkeit genau davon wegführt, was uns innerlich trägt und wachsen lässt. Und uns eine Lebensausrichtung schenkt, was will ich wirklich, worum geht es wirklich?
Erster Lösungsschritt - Urvertrauen in sich stärken
Möchte man dem inneren Wachstum mehr Raum geben, dann können folgende Fragen sehr hilfreich sein. Nicht indem man sofort eine Antwort parat hat - sondern indem man beobachtet:
1. Wie stehe ich wirklich zu mir selbst? Wie stehe ich wirklich zum Leben?
Selbstkontakt, innere Kohärenz, Wahrnehmen von Gefühlen, Gedanken, Körper, Bedürfnissen, Grenzen, Werten.
2. Wie stehe ich zu anderen? Wie stehe ich in Beziehung zur Welt?
Beziehung, Resonanz, Empathie, Abgrenzung, Verantwortung, Begegnung auf Augenhöhe.
3. Wie stehe ich wirklich zum Ganzen, in dem ich eingebunden bin?
Meine Haltung zum Leben, zur Welt, zur Natur, zum Dasein, zu dem, was größer ist als mein individuelles Ich.
Diese Lebensreise ist ein höchst individueller und auch vertraulicher Prozess, der nur in der Tiefe von jede/m für sich geklärt werden kann. Dafür gibt es heute unendlich viele Angebote an Methoden und Konzepten, die dabei unterstützen können. Wenn man diese Strukturen als Werkzeug versteht und nicht als neue Verhinderungsstrategie nutzt.
Inneres Aufräumen ist das Tor für mehr Bewusstheit
Loslassen wird oft verstanden als ein aktives Tun. Meine Sicht und Erfahrung ist eher umgekehrt. Der wichtigere erste Schritt ist herauszufinden, woran man unbewusst festhält - an welchem Muster, an welcher Idee vom Leben, an welchem Urteil über bestimmte Lebensthemen oder auch an welcher Vorstellung von Gott hat. Doch eine Vorstellung kann uns genau davon abhalten, was man in Wahrheit sucht.
(Ggf. für Seite Selbst-Verständnis)
Das Bindestrich-Schreiben Selbst-Verständnis hilft dabei, weil es den Begriff öffnet: nicht nur „sich erklären können“, sondern sich selbst wirklich begegnen und verstehen lernen.
Deine drei Fragen zeigen auch, dass es nicht nur um ein „Selbst“ als isoliertes Ich geht:
Der Begriff Selbst-Verständnis kann das weiterhin tragen, aber er benennt diese Dimension nicht automatisch. Viele würden darunter eher Selbsterkenntnis, Reflexion oder psychologische Integration verstehen. Das, was du mit „höherem Bewusstsein“ beschreibst, geht eher in Richtung:
eine innere Position des Gewahrseins
ein Bewusstsein, das Gedanken, Gefühle und Körper wahrnehmen kann, ohne vollständig mit ihnen identifiziert zu sein
eine Verkörperung von Liebe als Seinsqualität, nicht als Verhalten („lieb sein“)
eine Haltung von Verbundenheit und Klarheit
Dabei finde ich deine frühere Skepsis gegenüber „Herz“ weiterhin sehr stimmig. Denn wenn du sagst: „eine Position, die verkörpern kann, dass sie Liebe ist“, meinst du vermutlich nicht ein emotionales Gefühl oder eine freundliche Haltung. Eher etwas wie:
Liebe als Bewusstseinszustand, der Wahrheit, Präsenz, Verbundenheit und Freiheit einschließt.
